Nachruf auf Dr. Hermann Schnarr

+ Dr. Hermann Schnarr

08.2.1935-13.5.2019

 

Wir veröffentlichen hier den Nachruf von Prof. Dr. Walter Andreas Euler, ehem. Direktor des Institut für Cusanus-Forschung an der Universität und der Theologischen Fakultät Trier:

 

Hermann Schnarr wurde am 8. Februar 1935 in Fulda geboren.

 

Nach dem Abitur studierte er Philosophie, Latein und Kath. Theologie in Fulda, Wien und Münster. 1964 legte er das Ers­te Staatsexamen für das Lehramt an Gymnasien ab, 1969 wurde er an der Universität Müns­ter zum Dr. phil. promoviert. Seine von der renommierten Cusanus-Forscherin Gerda von Bredow betreute Doktorarbeit trägt den Titel: „Modi essendi. Interpretationen zu den Schriften De docta ignorantia, De coniecturis und De venatione sapientiae des Nikolaus von Kues“. Wie die späteren Aufsätze und Vorträge zu Cusanus zeichnet sich auch diese Untersuchung durch überaus präzise Textanalysen aus.

 

Nach Abschluss des Promotionsverfahrens war Hermann Schnarr als Wissenschaftlicher As­sistent am Seminar für Philosophie der Universität Münster tätig, bevor er 1976 an das Cu­sanus-Institut an der Universität Mainz wechselte. Er blieb dem Institut auch nach dessen Übersiedlung nach Trier treu. Nach seiner Pensionierung im Jahr 2000 unterstützte er als freier Mitarbeiter weiterhin die Arbeit des Instituts. Regelmäßig hielt er außerdem Seminare an der Universität Trier.

 

Im Cusanus-Institut gehörte Hermann Schnarr zu den von der Heidelberger Akademie der Wissenschaften besoldeten Mitarbeitern der textkritischen Edition der Predigten des Niko­laus von Kues. Ihm oblag schwerpunktmäßig die Arbeit an den Sermones XXVII-CXXI (Nicolai de Cusa opera omnia Bd. XVII). Durch seine gründliche philologische und philosophische Ausbildung war er für diese Aufgabe geradezu prädestiniert. Auch an der deutschen Übersetzung dieser Predig­ten hat er nach seiner Pensionierung mitgewirkt (vgl. Nikolaus von Kues: Predigten in deutscher Übersetzung, Band 2: Sermones XXVII-CXXI, Münster 2013).

 

Hermann Schnarr wurde sowohl von den Mitarbeitern des Instituts als auch von Gastfor­schern, Gästen und Studierenden sehr geschätzt. Er war stets freundlich und hilfsbereit. Cu­sanus und seine Zeit kannte er wie kaum ein zweiter, aber da er sein Wissen nicht zur Schau stellte, wurde er manchmal unterschätzt.

 

Privat galt seine Leidenschaft der Musik. Er spielte Klavier und sang bis ins Alter in den Theaterchören von Trier und Mainz. Die Ferien verbrachte er zusammen mit Freunden in den Alpen, um anspruchsvolle Bergtouren zu absolvieren.

 

Gestorben ist Dr. Hermann Schnarr in Trier am 13. Mai 2019.

 

Walter Andreas Euler

Nachruf auf Dr. Birgit Helander

Wir veröffentlichen hier den Nachruf des Institut für Cusanus-Forschung an der Universität und der Theologischen Fakultät Trier, dem Forschungsinstitut der Cusanus-Gesellschaft:

 

+ Dr. Birgit Helander

9.6.1921−26.3.2019

 

Das Institut trauert um Dr. Birgit Helander, die Ende März im Alter von 97 Jahren in Schweden verstorben ist.

 

Dr. Birgit Helander hatte bereits in der schwedischen Wirtschaft erfolgreich Karriere gemacht, ehe sie begann in Uppsala Philosophie und Theologie zu studieren. Im Rahmen ihrer Studien begegnete ihr das Werk des Nikolaus von Kues, das sie gefangen nahm und nicht mehr loslassen sollte. 1988 wurde sie mit einer Arbeit über das Thema „Die visio intellectualis als Erkenntnisweg und -ziel des Nicolaus Cusanus“ an der Universität Uppsala promoviert. Einige Jahre später widmet sie sich in der umfangreichen Monographie „Nikolaus Cusanus als Wegbereiter auch der heutigen Ökumene“ (Uppsala, 1993) der ökumenischen Theologie des Nikolaus von Kues. Zudem hat Dr. Birgit Helander eine schwedische Übersetzung der cusanischen Schrift „De visione dei“ vorgelegt.

 

Dr. Birgit Helanders Liebe zum Werk des Nikolaus von Kues und zu dessen Erforschung ging so weit, dass sie viele Jahre in den Wintermonaten in Trier lebte und im Cusanus-Institut ihren Forschungen nachging. Sie war dem Institut und Trier eng verbunden.

 

2007 nahm sie Abschied von Trier und ihrer Arbeit hier, hinterließ dem Institut aber mit der „Dr. Birgit Helander Stiftung zur Förderung der Cusanus-Forschung“ eine „kleine Gabe“, wie sie es nannte. Mit der Stiftung werden besondere Forschungsaufgaben des Cusanus-Instituts und wenn möglich der Cusanus-Preis finanziert. Preisträger des letzteren waren 2009 Erich Meuthen und Hermann Hallauer sowie Anna Reuter (2013).

 

Die Stiftung setzt Dr. Birgit Helander und ihrer Liebe zu Nikolaus von Kues ein dauerhaftes und ehrenvolles Andenken, das wir in Dankbarkeit bewahren werden.

 

Cusanus-Institut

Domfreihof 3, Trier

Germany

„Helena Klotz-Makowiecki-Preis für wissenschaftliche Arbeiten zur Cusanus-Forschung“

Die Günter Klotz und Helena Klotz-Makowiecki Stiftung vergibt erneut den „Helena Klotz-Makowiecki-Preis für wissenschaftliche Arbeiten zur Cusanus-Forschung“. Das Preisgeld beträgt 4.500,- €.   Gefördert werden insbesondere Arbeiten zum Thema „Cusanus 1453“.

Das für Europa schicksalhafte Jahr der Eroberung Konstantinopels durch die Osmanen und des Endes des Hundertjährigen Krieges war auch nach Auffassung von Cusanus von großer Bedeutung. Er verfasste nicht nur seine Schriften "De complementis theologicis" und "De visione Dei", sondern beteiligte sich mit seiner als Gelehrtenkonzil im Himmel angesiedelten Schrift "De pace fidei" auch am interreligiösen Diskurs. Mit seinen Zeitgenossen Aenea Silvio Piccolomini, dem späteren Papst Pius II., und Johannes von Segovia diskutierte er die christliche Sicht auf den Islam. Den zeitgenössischen Ängsten vor einer Islamisierung des Abendlandes versuchte er eine zugleich von Vernunft geprägte, irenische und christliche Position entgegenzusetzen. Diese gleichermaßen philosophisch-theologischen und historisch-politischen Debatten mit ihren geistigen Kontexten sollen aus einer interdisziplinären Perspektive beleuchtet werden.

 

Die Beiträge, die in Deutsch, Englisch, Französisch oder Italienisch verfasst und noch nicht publiziert sein dürfen, müssen bis zum 31.12.2019 eingereicht werden. Sie sollten mindestens 50 Seiten umfassen. Die Vergabe des Preises erfolgt durch den Vorstand der Stiftung unter Beratung und Mitwirkung durch das Institut für Cusanus-Forschung an der Universität und der Theologischen Fakultät Trier. Die Preisträgerin/der Preisträger wird eingeladen, im Februar 2020 in Trier ihre/seine Arbeit in einem Vortrag vorzustellen.

 

Interessierte wenden sich bitte an die unten genannte Adresse!

 

Wir freuen uns auf Ihre Beiträge!

 

 

Cusanus-Institut · Domfreihof 3 · 54290 Trier · Tel. 0651/145510 · cusanus@uni-trier.de

Cusanus-Institut der Cusanus-Gesellschaft mit neuer Homepage

Das Institut für Cusanus-Forschung an der Universität und der Theologischen Fakultät Trier - getragen von der Cusanus-Gesellschaft - hat eine neue Homepage:

www.cusanus-institut.de

Ehrenmitgliedschaft Robert Schuman (1886-1963)

Kurz nach der Gründung der Cusanus-Gesellschaft, d.h. am 29. Dezember 1961, wurde auf Anregung des Bernkastel-Kueser Justizrates Dr. Ernst Hauth vom Kuratorium beschlossen – neben anderen herausragenden Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens – auch den in Luxemburg geborenen französischen Staatsmann Robert Schuman (1886-1963) zum Ehrenmitglied der Gesellschaft zu ernennen.

 

Robert Schuman setzte sich nach dem zweiten Weltkrieg als französischer Ministerpräsident und Außenminister sowie als erster Präsident des europäischen Parlaments für die deutsch-französische Aussöhnung ein und gilt als einer der Gründungsväter der Europäischen Union. Der tief im christlichen Glauben verwurzelte Schuman war aufgrund eigener Studien mit der Gedankenwelt des Nikolaus von Kues und seiner Rolle in der europäischen Geschichte bestens vertraut. Bereits im Jahre 1960 besuchte er das St. Nikolaus-Hospital/Cusanusstift. Bevor ihm allerdings die Ehrenurkunde der Gesellschaft persönlich überreicht werden konnte, starb Robert Schumann nach langer Krankheit am 16. März 1963.

 

Gemeinsam mit dem Deutsch-Französischen Freundeskreis Bernkastel-Kues e.V. und der Autobahnkirche St. Paul in Wittlich wurde angeregt, die Ehrenurkunde, die bislang im St. Nikolaus-Hospital in Kues aufbewahrt wird, nun postum dem Musée Robert Schumann in Scy-Chazelles bei Metz, als dem zentralen Gedenkort an den großen Europäer zu überreichen. Die Übergabe der Urkunde wird durch den ersten Vorsitzenden der Cusanus-Gesellschaft und Bürgermeister von Bernkastel-Kues, Herrn Wolfgang Port, am 21. Mai erfolgen.

Weitere Infomationen zum Leben und Schaffen Nikolaus von Kues erhalten auch unter diesem Link des Cusanus Portals.

 

Informationen zum Cusanus Jahr 2014 können Sie hier auf der Website der Stadt Bernkastel-Kues finden.

Logo Cusanus-Gesellschaft
600 Jahre Nikolaus von Kues

Kontakt

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Gestade 18

54470 Bernkastel-Kues

 

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Fax:

+49 (0) 6531 54107

 

cusanus@bernkastel-kues.de

 

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Wir bedanken uns für die Unterstützung des Cusanus-Geburts-hauses durch die Sparkasse Mittelmosel EMH.